Panoramas zeigen mehr als gewöhnliche Fotos. Mehr von der Szene. Deshalb macht es Freude, wenn man heute dank guter Programme die einzelnen Fotos einfach zusammensetzen lassen kann. Zwar gibt es immer wieder eine Situation, wo dennoch Fehler entstehen. Oder etwas bewegt sich während man die Aufnahmen macht und dies führt zu Fehlern (z. B. ein sich drehender Baustellenkran). Aber oft genug kann man fehlerfreie Resultate erzielen. Und wo etwas zu gross ist um es als Ganzes ablichten zu können, kann man mit dieser Technik auch anhand von zwei oder drei Aufnahmen das ganze Motiv aufs Bild bringen. Man muss nicht zwingend ein extrem langes Panorama erstellen. Ratschläge zur Erstellung weiter unten.

Einige kleinere Kameras und sogar Mobiltelefone haben heutzutage eine Panorama-Funktion. Mit der Spiegelreflexkamera kann man manuell Bilder machen und hat abgesehen von der besseren Qualität auch den Vorteil der extremen Bildgrösse. Wer ein Panorama machen möchte um an einer Wand in seinem Zimmer fast auf ganzer Länge ein Bild anzubringen, der muss die Auflösung auf die beste Qualität stellen. Mit Panoramas aus Mobiltelefonen wird das nichts.

Bei den unten hier verkleinerten Panoramas habe ich die Abmessungen angegeben, in denen ich diese ohne Qualitätsverlust drucken könnte.

Da sie unterschiedliche Längen aufweisen und ich diese bei allen auf 1000 Pixel reduziert habe ergibt sich eine unterschiedliche Höhe.

 

 Beispiele:

 

6 Fotos im Querformat aufgenommen, f/4, 1/1000 Sekunden, ISO 100

Canon EOS 60D mit Objektiv EF24-70mm f/2.8L II USM

Druckbare Grösse: 80x193 cm

Montage Neumattbrücke in Burgdorf

 

 

 

Im Hochformat aufgenommen

Canon EOS 60D mit Objektiv EF16-35mm f/2.8L II USM

Druckbare Grösse: 156x645 cm

Schynige Platte, unterwegs zum Faulhorn

 

 

 

Im Hochformat aufgenommen

Canon EOS 60D mit Objektiv EF16-35mm f/2.8L II USM

Druckbare Grösse: 128x593 cm

Ernesto Che Guevara's Mausoleum in Santa Clara, Kuba

 

 

 

15 Fotos im Hochformat aufgenommen, f/8, 1/320 Sekunden, ISO 100

Canon EOS 60D mit Objektiv EF16-35mm f/2.8L II USM

Druckbare Grösse: 106x303 cm

Tempel bei Ayutthaya, Thailand

 

 

Und wie funktioniert es?

Zuerst mal muss der Fotograf die einzelnen Fotos machen. Hier hat sich bewährt, wenn man die einzelnen Aufnahmen im Hochformat schiesst. Man muss so zwar viel mehr Fotos machen, hat aber auch eine deutlich grössere Bildhöhe. Fotos mit einer Höhe von über einem Meter sind so möglich (und einer Länge von mehreren Metern). Der Hauptgrund warum die Fotos im Hochformat gemacht werden sollen, liegt beim Zusammensetzten der Fotos. Dazu weiter unten mehr. Wichtig ist auch, dass man Blende, Belichtungszeit, ISO und sogar die Schärfe manuell einstellt. Es wäre schade, wenn der Autofokus bei einigen Aufnahmen plötzlich etwas anderes fokussiert und die Schärfen dann nicht mehr zusammen passen. Man könnte auch noch den Weissabgleich von automatisch auf sonnig oder bewölkt stellen. Ich habe aber auch schon Panoramas gemacht, wo ich diesen auf automatisch gelassen habe. Zum manuellen Scharfstellen wie folgt vorgehen: Autofokus einstellen, eines der Hochformatfotos machen. Schärfe prüfen. Ist sie gut, dann auf manuelle Schärfe ändern und fertig. Man hat die Wunschschärfe eingefroren. 

Wichtig ist auch, dass man nicht versucht zu eilig die einzelnen Fotos zu machen und plötzlich bei einer Aufnahme etwas verwackelt. Daher die Belichtungszeit so einstellen, dass man nicht einfach verwackelt. Zu lange warten sollte man auch nicht, wenn sich etwas an der Szene ändern könnte. Ein sich drehender Baukran, eine Wolke oder ein plötzlich an zwei Stellen zu sehendes Auto. Sonst hat das Programm am Rechner Mühe mit dem Zusammensetzen der einzelnen Fotos. Vorgehen von links nach rechts oder umgekehrt. Vielleicht vorher prüfen wie man die Kamera zu Beginn halten muss, damit auch im weiteren Verlauf alles im Bild ist. Objektive mit Weitwinkel sind von Vorteil, da sie mehr abdecken. Die Überlappung der einzelnen Aufnahmen lieber etwas zu gross wählen statt zu knapp.

 

Am Rechner wird der Interessierte zwischen zig Programmen wählen können, mit denen man Panoramas erstellen kann. Anleitungen und Programme findet man im Internet. Ich habe mich mit der Software ICE vertraut gemacht. Alles geht sehr schnell, man muss nicht viel einstellen. ICE steht für Image Composite Editor. Man findet die Software gratis im Internet.  

 

Nachdem man das Programm startet, die entsprechenden Fotos im Explorer markieren und ins graue Feld rüber ziehen.

 

Das Programm studiert die Bilder automatisch und setzt diese zusammen. Je nach dem wie viele Bilder man importiert, kann das etwas dauern.

  

 

Das Resultat könnte dann so aussehen (im Bild Kharanaq im Iran). Man kann sehen, dass ich die Kamera nicht bei jeder Hochformat-Aufnahme gleich gehalten habe. Ich muss also den Ausschnitt des Bildes ändern.

 

Und zwar in dem man auf Automatic crop klickt. Der Rahmen wird auf das grösstmögliche Format angepasst. Und wer Hochformat-Aufnahmen macht, verliert so nur unwesentlich an Bildhöhe. Man kann diesen Rahmen auch manuell anpassen.

 

Ist man zufrieden kann man das Resultat mit dieser Schaltfläche speichern. Das kann je nach dem auch ein kleines Weilchen dauern. Wenn man danach die nächsten Fotos importiert kann man die vorherige Arbeit speichern oder verwerfen. Ob man die Originalaufnahmen löscht und nur das Panorama behalten möchte oder beides, das ist jedem selber überlassen. Ich bin in der Zwischenzeit dazu übergegangen, die Originalfotos zu löschen.